Oud (gekauft: 2011)


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Die Oud (eigentlich nach dem Arabischen „al-Oud: das Holz“: der Oud) ist eine Vorläuferin unserer Gitarre. Spätestens seit dem 10. Jahrhundert n. Chr. gibt es dieses Instrument im arabischen Kulturkreis. Seit dieser Zeit ist es jedenfalls urkundlich erwähnt. Wahrscheinlich ist es aber viel, viel älter. Es ist im Mittelalter über die Kreuzfahrer und das damals islamische Spanien nach Zentraleuropa gekommen. Dort wurde es das Begleitinstrument für die Minnesänger und aus dem Begriff „al-Oud“ schließlich unsere Laute.

Im Nahen Osten wird dieses Instrument mit seinem abgeknickten Hals in verschiedenen Regionen auch verschieden verwendet, mit einer unterschiedlichen Saitenanzahl und einer unterschiedlichen Stimmung. Meine Oud - in Istanbul gekauft - hat 11 Saiten, wobei es 5 Saitenpaare und eine Einzelsaite gibt. Bei jedem Paar sind die zwei Saiten gleich gestimmt, d. h. sie sind doppelchörig. Mit anderen Worten: Es gibt nur sechs verschieden gestimmte Leersaiten. Nach einer türkischen Stimmung waren sie bei mir ursprünglich vom tiefen Fis ausgehend mit fünf Quartabständen gestimmt: fis, h, e, a, d, g. Da mir eine traditionelle arabische Stimmung aber besser gefällt, habe ich sie umgestimmt auf: c, f, a, d, g, c.

Der Korpus und Hals meiner Oud sind aus Nussholz, die Spielfläche allerdings aus Fichte, die Wirbel aus Ebenholz. Der Korpus ist nicht massiv, sondern hohl und hat drei Schalllöcher. Sie wird mit einem traditionellen Plektrum namens „Risha“ gespielt. Sie hat keine Bünde.

Die arabische Musik kennt nicht unsere wohltemperierte Stimmung. Jedes Musikstück fußt hier auf bestimmten Tonskalen, den sogenannten Maqamats. Vereinfacht gesagt geben so eine (oder mehrere verwandte) Maqamats den Notenvorrat für ein Stück vor, dazu auch den Modus, wie ein Stück gespielt wird: Eröffnung, Melodieverlauf, Schluss etc. Es gibt dabei auch ein Maqamat (namens Ajam), das mit unserer C-Dur-Tonleiter identisch ist. Allerdings gibt es viele Maqamats, die Töne enthalten, die in unserer wohltemperierten Notenskala nicht enthalten sind. Z. B. besteht das Maqamat „Rast“ aus den Noten: c, d, f, g, a sowie einem um einen Viertelton vermindertem e und einem um einen Viertelton vermindertem h.

Ich habe hier mit meinen bescheiden Fähigkeiten versucht, auf dem Maqamat „Rast“ fußend, ein Stück zu improvisieren (allerdings ohne den Modus zu berücksichtigen): Oud_Rast1a.