Casio HT-3000 (erschienen: 1987)

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Der Casio HT-3000, einer von drei Synthesizern aus der HT-Reihe, ist wie der Kawa K-1 m oder der Yamaha TG-33 ein Hybrid-Synthesizer. Allerdings bezieht sich diese Bezeichnung bei ihm nicht auf die Tonerzeugung wie bei den anderen beiden, sondern auf den Umstand, dass er einen analogen Filter zu sonst nur digitalen Bauteilen besitzt. Zu dieser Besonderheit kommt hinzu, dass er eine nur Casio Synthesizern der 1980er eigene Form der Klangerzeugung hat, die so genannte „SD Synthesis". Casio hat damit nach dem Phase Distortion-Verfahren bei der CZ-Reihe (siehe meinen CZ-1000) weiter auf eine eigene Entwicklung gesetzt. Dabei steht beim HT-3000 die Abkürzung „SD“ für „Spectrum Dynamic“.

Diese Klangerzeung hat einiges mit der „normalen“ analogen subtraktiven Klangerzeugung zu tun, wie ich sie am Beispiel des
Doepfer Modularsystems A-100 beschrieben habe: Der Synthie nimmt eine Wellenform und lässt sie vom Filter beschneiden. Dazu kommen ADSR Hüllkurven, die im Verbund mit einem Verstärker den Anschlag regeln, sowie im Verbund mit dem Filter den Klang modulieren können. Modulieren kann man den Klang hinsichtlich Vibrato, Tremolo etc. auch noch mit einem LFO. (Der Synthie hat auch noch eine Rhythm-Sektion, aber die interessiert mich weniger.)

Statt nur ein paar Wellenformen wie bei analoger Synthese stehen beim HT-3000 bis zu 32 Wellenformen zur Verfügung. Diese geben ihm einen eigenen Klangcharakter.

Die Wellenformen sind wie alle anderen Parameter zwar nicht in Echtzeit zu regeln, sondern mit einem kleinen Schwungrad, aber das ist für einen vorwiegend digitalen Synthie aus dieser Zeit trotzdem sehr bequem. Überhaupt ist die Spielbarkeit bei dem Synthie ein großes Plus, auch wenn er keine anschlagdynamische Tastatur hat. Denn er hat ein splitbares Keyboard, ein Pitch- und ein Modulationsrad und viele Preset-Tasten zum schnellen Wechseln der Sounds. Für mich ist er darum neben meinem
Roland JP-8000 mein zweiter Improvisier-Synthie.

Klingen tut er z. B. so:
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