Konzept meiner Instrumentensammlung


Ich sammle nach fünf Gesichtspunkten:

Sound
Spielweise
Historische Entwicklung von Instrumenten
Aussehen
Handwerklicher Zugang

Sound und Spielweise sind mir dabei am wichtigsten, weil sie eng miteinander verbunden dafür stehen, was man mit einem Instrument anfangen kann, wenn man es spielt. Kurz: Die Praxis hat Priorität. Darum muss mir Klang und Spielweise bei einem Instrument zusagen, das ich sammle.

Dabei gibt es natürlich Ähnlichkeiten bei gewissen Instrumentengruppen. Da ich als Kind und Jugendlicher Klavier und Querflöte gelernt habe, waren das die Ausgangspunkte, um allgemein bei diesen Instrumentengruppen (Keyboards und Holzblasinstrumente) weiter zu machen.

So hatte ich zuerst Lust auf eine Erweiterung meiner Tasteninstrumentensammlung. So kam ich sehr früh auf ein E-Piano, später auf ein Harmonium, eine Handharmonika, viele elektronische Keyboards (inkl. Midikeyboards) und nicht zu vergessen auf Synthesizer aller Art (inkl. Sequencer, Vocoder, Sampler). Andererseits erweiterte ich meine Flötensammlung und kaufte zudem verschiedene Saxophone und Klarinetten sowie Zwitterinstrumente (wie
Xaphoon etc.).

Als „Kind der Rockmusik“ haben mir es dazu die klassischen Rockbandinstrumente (E-)Gitarre, E-Bass und Schlagzeug angetan, die ich in vielfältigerweise Form vor allem seit Ende 2011 erworben habe.

Dabei kam immer mehr auch ein Interesse für die
historische Entwicklungen von Instrumenten auf. So suchte ich bei meinen Käufen erstens gezielt danach, die Entwicklung des Synthesizers vom analogen monophonen Modulargerät bis zu den mannigfaltigsten digitalen polyphonen Geräten nachzuvollziehen (siehe dazu vor allem folgenden Blogeintrag), was durch neuartige Controller (wie z. B. Midiblasinstrumente, Midigitarren, Pads) bis hin zum Roli Seaboard (im Moment in der ipad Version Seaboard 5D) ergänzt wurde. Zweitens wollte ich die Entwicklung der Solidbody-E-Gitarre und genauer meiner Lieblings E-Gitarre, der Stratocaster, von den Anfängen (mit Esche-Korpus und einteiligem Hals und Griffbrett aus Ahorn) bis zur Superstrat und Relic-Gitarre praktisch erfahrbar machen. Das schloss natürlich auch ein, einen Typen der ersten seriengefertigten Solidbody-E-Gitarre (Telecaster) zu kaufen und den großen Gegenspieler der Stratocaster, eine Les Paul von Gibson, zu erwerben.

Allerdings gibt es immer viel mehr Gründe, warum ich mir ein Instrument kaufe. Bei meinen Homepage-Beschreibungen der Instrumente kann man das gut erkennen. Der wichtigste und schönste Grund ist aber immer, dass mir das Teil Spaß macht. Neben Klang und Spielweise, die dafür eine Rolle spielen, ist hierbei auch das
Aussehen zu erwähnen. So habe ich z. B. deswegen vor allem die schöne Fender Modern Player Jaguar gekauft, deren Klang auch etwas sehr Eigenes und Schönes hat. Dazu ist sie auch das seltene Exemplar einer Fender E-Gitarre, die viele Anlehnungen an eine Gibson E-Gitarre besitzt: Tune-o-matic Bridge, P90 Single Coil Tonabnehmer, 3-Weg-Schalter oben. Sie ist dadurch etwas ganz Besonderes.

Etwas Besonderes haben für mich auch meine exotischen Instrumente (
Sitar, Oud, Saz), ob im Aussehen oder bei der Spielweise und dem Klang.

Last but not least finde ich es auch schön, einen
handwerklichen Zugang zu Instrumenten zu finden, selbst wenn ich mich nicht gerade als jemanden sehe, der große handwerkliche Fähigkeiten besitzt. So habe ich mir z. B. eine Stratocaster aus einem Bausatz selbst gefertigt und vorher als Vorübung eine Bastard Stratocaster gebaut. (Letztere ist im Übrigen die Stratocaster, die einen Esche-Korpus und Hals und Griffbrett aus Ahorn besitzt, analog zu den ersten Strats von 1954 - 56). Auch einen Synthie, den Gakken SX-150, habe ich aus einem Bausatz erstellt und mich zeitweise mit Arduino beschäftigt, einer aus Soft- und Hardware bestehenden "Physical-Computing-Plattform", mit der man u. a. elektronische Musikinstrumente bauen kann.

Damit wäre in aller Kürze das Konzept meiner Instrumentensammlung beschrieben.